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Dies ist ein wunderbares Buch, weil es nicht nur, wie viele gute „Zen-Bücher“, von einer spirituellen Praxis handelt, sondern weil es die bei der Praxis (und überhaupt im Leben) auftretende schwierige Psychodynamik auf eine sehr persönliche, realistische und eindrückliche Weise beschreibt, etwas was in dem allermeisten „spirituellen“ Büchern nicht behandelt wird.
Der Autor ist nicht nur ein seit Jahren praktizierender Zen-Schüler, er ist vor allem auch jemand der die eigene psychodynamische Situation im Verlauf einer langen Praxis in ihren Tiefen immer wieder ausleuchtet und durchlebt, und daher sehr genau aus einer „Perspektive einer ersten Person“ beschreibt was dort vor sich geht, und wie man damit umgehen kann. Dabei lässt er keines der „heißen“ Themen aus, wie z.B. Anhaftungen, Süchte, üben mit dem Thema Geld, Beziehungen, Vertrauen, Vergebung, Verlust und Sexualität.
Auch die „spirituellen“ Ideale werden aufgeräumt:
Wenn jemand einen spirituellen Lehrer fragte: „Wie soll ich mit dem Groll umgehen, den ich auf meinen Freund habe?“, würde er vielleicht antworten: „Es ist nicht gut, am Groll festzuhalten. Warum lassen sie ihn nicht einfach los?“ Aber können wir ihn denn einfach loslassen? Selbst wenn wir wissen, wie sehr uns der Groll verletzt, steht uns diese Wahl häufig nicht offen. Wenn wir ihn einfach loslassen könnten, würden wir uns nicht mit ihm herumquälen. Loslassen ist keine wirkliche Option, sondern eine Wunschvorstellung, die auf einem Ideal davon beruht, wie wir die Dinge gerne hätten. (S. 143)
Um diese Ideale beim Üben und im Leben geht es, um ihre Auswirkungen innerhalb der eigenen Psyche, und wie man damit – immer wieder neu – umgehen kann. Zen-Leben kombiniert wunderbar Meditation und psychodynamische Arbeit, und ist damit für mich schon ein Buch einer beginnenden „integrale Generation“ einer neuen Generation von Büchern, von denen hoffentlich immer mehr geschrieben werden.
Michael Habecker |
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