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Die deutsche Ausgabe 26 der Zeitschrift „What is enlightment“ (WIE) aus dem Winter 2007 hat das Schwerpunktthema: „Ein neuer Blick auf Ökologie, Politik & Bewusstsein“. Bedingt durch meine Arbeit frage ich mich immer wieder, ob sich das Thema Ökologie aus einer anderen Perspektive nicht auch anders buchstabieren ließe. Die Artikel in WIE scheinen meiner Vermutung recht zu geben. Inspirierend zu lesen, dass wir Menschen in dieser Betrachtung nicht mehr die Ursache allen Übels auf diesem Planeten sind. Es macht Mut für die Zukunft, dass es nicht mehr nur darum geht, unseren ökologischen Fußabdruck auf diesem Planeten möglichst zu minimieren, oder, nach einer fundamentalistischen Öko-Ansicht, ganz zu eliminieren. (Ist Selbsthass typisch deutsch?) Diese in WIE vertretenen Meinungen gehen davon aus, dass wir uns genauso gut als integralen Bestandteil der Evolution betrachten können. Ein Bestandteil, dem es obliegt, Natur und Kultur, auf dem Weg der zunehmenden Komplexität zu einer Symbiose zu führen.
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Einer der deutschen Vertreter dieser Sichtweise ist Prof. Dr. Michael Braungart. So empfiehlt er z.B., dass wir nicht mehr in Abfallwirtschaftskategorien denken und unsere Bemühung auf Abfallminimierung richten sollen. Er fordert vielmehr, die Aufmerksamkeit auf den Begriff Nährstoffkreislauf zu richten. Es geht ihm um Produkte, die nach Gebrauch wieder in einen wirtschaftlichen Nährstoffkreislauf eingegliedert werden, anstatt der Entsorgung anheim zu fallen. In Holland gibt es inzwischen ganze Regionen, die eine solche Kreislaufwirtschaft entwickeln wollen.
Ein spannendes, dynamisches Feld, das aus integral informierter Perspektive allerdings genau beobachtet sein will. Trotz neuer Defininitionsmacht, vor allem aus der USA rund um den Begriff „Bright Green“, bleibt abzuwarten, ob es nicht nur ein einseitiger, reduktionistisch technischer Kurzschluss wird, oder ob es tatsächlich gelingt, alle Perspktiven und Strukturen mit einzubeziehen. Unsere Messlatte wäre, ob es neben der technischen und systemischen Umsetzung dieser neuen Ansprüche auch gelingt, höhere Stufen eines Wir zu erreichen. Ausgangspunkt ist sicherlich das innerbetriebliche Wir, das die Unternehmer oder Manager mit dem neuen ökologischen Ansatz verbinden müssen. Es folgt dann das direkte Wir von Kunden und Lieferanten. Darüber hinaus gilt es aber auch, die Menschen in der Region zu erreichen, in die die Betriebe mit ihrem neuem ökologischen Ansatz eingebunden sind. Und wie steht es mit dem „Wir“ innerhalb politischer Grenzen? Und wie mit einem „Wir“, das auch die globale Dimension einbezieht. Letztlich, wenn es um die Ökologie geht, müssen wir jedoch bei einem Verständnis und einer Umsetzung von „Wir Alle“ landen. Es bleibt also, bei allen vielversprechenden Ansätzen, noch viel zu tun.
Ein Dank an die Redaktion von WIE, die mit diesem Heft einen hervorragenden Einstieg in und über das Thema gegeben hat. Wer Interesse an den neuen Perspektiven der Ökologie hat, sollte sich die Ausgabe nicht entgehen lassen.
Rezensent: Hans-Peter Staschewski |
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